Erfahrungsbericht HmIp-BSL

Erfahrungsbericht HmIp-BSL

Ich hab den echt coolen Schalter jetzt bei mir seit 1-2 Jahren im Dauereinsatz als Badschalter – wird also auch sehr häufig benutzt – daher möchte ich kurz über die Erfahrungen berichten.

Vorweg: Der Schalter funktioniert recht gut – sonst hätte ich ihn nicht so lange im Einsatz 😉
Die folgenden Erkenntnisse liegen teilweise auf der Hand, aber durch die ergänzenden Erfahrungen hoffe ich, dass der ein oder andere diese auch besser bewerten und für sich einschätzen kann.


An die Druckpunkte muss man sich erst etwas gewöhnen – ist nicht das „normale“ Schalten, da es ein Tipp-Taster ist.
Erfahrungsgemäß, da man kein direktes haptisches Feedback wie bei einem normalen Schalter bekommt (die Wippe klackt und geht auf die gegenüberliegende Seite), bleibt man leider als Anwender meisten erst einmal doof stehen und wartet auf Feedback, dass die Aktion erfolgreich war.

1.) Das ist auch schon die erste Erkenntnis. „Tippschalter != Wippe“
Es ist ein Tippschalter und dieser ist doch in der Nutzung deutlich anders als eine „normale“ Wippe.
Bei einer Wippe hat man durch das „umkippen“ direktes Feedback und auch noch ohne hinsehen.
Dies ist hier gänzlich anders – Wir haben uns dran gewöhnt.
Gäste nutzen den Schalter auch intuitiv, sind aber auch erst einmal verwundert (nicht gewohnt).
Teilweise drücken Gäste zu lange und erwischen dann den „Longpress“ – sie kenn ja nicht die Unterscheidung.
Weshalb ich bei Partys ein extra Programm habe, was den Schalter in einen „dummy“ Modus mit nur an und aus (egal was man drückt, oben unten, lang kurz) versetzt, das funktioniert ganz gut.

2.) Die zweite Erkenntnis „Feedback = Feedback“
Jede Aktion sollte ein Feedback geben, da dies nicht direkt vom Schalter haptisch kommt, sollte jeder Klick und damit die Zuständsänderung meiner Erfahrung nach auch als Farbe mit am Schalter angezeigt werden. Der Anwender braucht Feedback. Bei einem Badschalter ist es eh bekannt, dass man den Zustand außen sieht.
Man drückt also, und wartet das der Schalter (bei mir) auf rot geht.
Wenn der Schalter mit im Raum ist, hat der Anwender natürlich auch direkt das Feedback, durch das angehen der Lampe – auch okay.

3.) Farben „Die Grenze der Nutzerfreundlichkeit“
Das coole an dem Schalter ist, dass dieser ja verschiedene Zustände signalisieren kann.
Daher habe ich diesen auch gekauft – super.
Es existieren zwei LED-Anzeigen, eine im oberen Bereich und eine im unteren Bereich des Schalters.
Beide sind separat ansteuerbar und besitzen insgesamt 7 Zustände:
0schwarz/aus 1blau 2grün 3türkis 4rot 5violett 6gelb 7weiss
Es ist ein knalliges Blau
Ein strahlendes Grün
Ein strahlendes pastelliges, schönes Türkis
Ein knalliges Violett
Ein komisches, krankhaftes Gelb
Und ein kaltweißes Weiß

Wie man merkt, alles okay bis auf das Gelb aus meiner Sicht – okay.
Die Farben sind auch sehr schön gewählt, weil man so in teilen mit „Zuständen“ und Farben „spielen“ kann.
Blau und Rot einzeln als Status und wenn es zusammen an ist, ergibt es Violett etc.

Jetzt wollte ich die Einstellungen natürlich auch nutzen.
Ich benutze dabei noch nicht alles und hab es teilweise sogar bewusst vereinfacht.
Nicht das programmieren hat mich hier abgeschreckt, sondern man muss es hinterher auch noch logisch verstehen.
Nach dem Motto: „Was bedeutet noch mal lila unten und blau oben“?
Wie folgt nutze ich die Farben bei mir, aber es ist langsam schon grenzwertig.
Gerade wenn man mehrere solche Schalter hat im Haus und dort die Farben wieder für andere Aktionen stehen – dies ist bei mir der Fall.
Also zur Belegung des Badezimmerschalters:

Obere AnzeigeFarbeStatus
BlauFenster geöffnet
GelbLüfter an
GrünFenster geöffnet und Lüfter an
TürkisAlarmanalage an – schließt die Anzeige des Lüfters aus, da unwichtig.
Dieser Zustand geht nur, wenn die Fenster geschlossen sind.
Untere AnzeigeRotLicht an
ViolettLicht über Bewegungsmelder an – wird autom. wieder ausgeschaltet

So in einer Tabelle sieht es recht übersichtlich aus und man meint vielleicht, ach da geht noch mehr.
Aber es ist glaube ich so schon grenzwertig.
Ich wollte eigentlich oben noch anzeigen, wenn die Temperatur über 25 Grad durch die Heizung ist.
Habe mich erst einmal dagegen entschiedenen.
Man sieht auch ich benutze die Farben separiert.
Ich glaube man kommt sonst sehr schnell durch einander, oben Rot-Temperatur über 25 Grad unten Rot Licht an, oder war es umgekehrt – das macht es nur kompliziert.
So fanden wir es erst einmal gut und auch ausreichend.

Man hat hier aufjedenfall genug potenzial zum „spielen“ und ausprobieren.

Ich glaube man kann auch das komplette Farbspektrum auf beiden Bereichen nutzen, wenn klar ist, oben ist immer Maschine A und die hat 6 Zustände und unten ist Maschine B mit den 6 Zuständen.

Wenn man aber wie hier, verschiedene Dinge des Smarthomes vereint – wird es schnell zu kompliziert.


4 Lichtentensität „Hell ist nicht immer gut“
Die Farben sind so stark, dass diese Nachts wirklich den Raum mit ausleuchten.
Man kann diese aber von der Helligkeit einstellen – auch cool.
Daher geht der Schalter bei mir in ein Abendprogramm mit verminderter Helligkeit.
Es ist also auch gut als Nachlicht oder Orientierungslicht nutzbar.

5. Anschluss / Verbindung / Verzögerung/Latenz

Es ist ein Unterputzschalter bei dem man keine lästigen Batterien wechseln muss, da man diesen mit ans Stromnetz anschließt.
Vor- und Nachteil zu gleich…
Man braucht natürlich eine dauerhafte Phase am Schalter, was ggf. nicht immer gegeben ist.

Wenn es geht, sollte man das interne Relais mit benutzen, gerade für „schnelle“ und „Häufige“ Aktionen.
Dadurch kann man den Signalzustand des Schalters direkt im Schalter setzen – man klickt und der Schalter signalisiert, dass das Relais geschaltet wurde und das Licht leuchtet – direkt umgehend und auch, falls die Verbindung zur Basis abbricht.

Letzteres passiert bei mir so grob einmal im Jahr. Der Schalter blinkt dann 1 Minute lang gelb, dann einmal rot, da der Empfang von der Basis nicht bestätigt wurde, aber das Signal kommt bei mir immer an.
In sofern kann man die Blinkorgie einfach ignorieren, weil alles geht.
Wie gesagt ist sehr selten und wahrscheinlich, wenn ich nach und nach auf weiter IP-Geräte umsteige, wird der empfang auch besser.

Ich hab bei mir leider nicht das interne Relais nutzen können, da ich auch eine smarte Glühbirne von Shelly verbaut habe.
Und da wurde es zuerst echt unschön.
Man klickt den Schalter, die Daten gehen zum HomematicServer.
Dort pollt bei mir der ioBroker dagegen – hier dauert es dann ggf. schon mal etwas.
Dann werden die Daten ausgewertet und per MQTT an die Glühbirne und zum Schalter für die LED-Signalisierung gesendet.
Das ganz hat meist so lange gedauert, dass man dachte, oh ich bin zu doof den Schalter richtig zu drücken und man drückt diesen ein zweites Mal (und macht das Licht, welches gerade anging, damit wieder aus – läuft…).

Hier habe ich nun, direkt vom HomeMaticServer einen http-Request abgesetzt, um nicht auf das „pollen“ des ioBrokers warten zu müssen.
Ich vermute es dauert jetzt ca. 500-800ms bis das Klicken zur Aktion des Licht angehens führt.
Dies ist gerade noch so für den Anwender akzeptabel. (Wie gesagt, mit den unwissenden Gästen erprobt ;))

Ich würde daher empfehlen, das Relais für das Schalten des Lichtes zu nutzen.
Da ich aber eine smarte Beleuchtung haben wollte, auch bzgl. der Lichtfarbe, ging dies bei mir nicht und dann kann es schwieriger werden, gerade wenn man noch einen weiteren Server dazwischen hängt – bei mir der ioBroker.
Wenn dies rein alles über Homematic abläuft, wird man wohl nicht so große Latenzen haben.

Fazit:
Aus meiner Sicht ein super Produkt mit vielen Möglichkeiten, welche ich selbst noch gar nicht alle nutze:
Man kann zum Beispiel auch die LEDs des Schalter, also die Farben über eine Rampe ansteuern, also langsam einblenden und ausblenden. Brauchte ich bisher aber noch nicht.

Das Benutzte funktioniert bei mir gut und zuverlässig.
Danke für so ein tolles Produkt @ELV

Und wie immer steckt der Teufel im Abteil (oder war es doch das Detail ;))


Soweit soll es dies von mir erst einmal dazu gewesen sein.
Ich hoffe es hilft dem ein oder anderen 🙂

Viele Grüße

Marc

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